BIP-Beitrag des Nonprofit-Sektors — Fortschrittsmonitor
Das Wachstum des saudischen Nonprofit-Sektors von unter 1 % hin zum Vision-2030-Ziel von 5 % des BIP im Blick, getragen von institutionellen Reformen.
KPI-Monitor: BIP-Beitrag des Nonprofit-Sektors
Im Rückstand — Dieser KPI-Monitor zum BIP-Beitrag des Nonprofit-Sektors misst den Fortschritt des saudischen dritten Sektors hin zum Vision-2030-Ziel von 5 Prozent des BIP. Der Sektor liegt weiterhin deutlich unter dem Ziel und wurde 2024 auf etwa 1,5 bis 2 Prozent geschätzt, auch wenn institutionelle Reformen ein günstigeres Umfeld schaffen.
Kernkennzahlen
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Ausgangswert (2016) | <1 % des BIP |
| Beitrag (2020) | ~1,0 % |
| Beitrag (2022) | ~1,3 % |
| Aktuell (Schätzung 2024) | ~1,5–2,0 % |
| Ziel 2030 | 5 % des BIP |
| Lücke zum Ziel 2030 | ~3–3,5 Prozentpunkte |
| Registrierte Nonprofit-Organisationen | 3.500+ |
| Beschäftigung im Sektor | ~70.000 |
Trendanalyse
Der saudische Nonprofit-Sektor hat seit 2016 eine bedeutende institutionelle Reform durchlaufen, bleibt aber weit vom ehrgeizigen Ziel eines BIP-Beitrags von 5 Prozent entfernt. Der Sektor wurde historisch unter restriktiven Regelungen betrieben, die die Gründung von Organisationen, ihre Finanzierung und ihren Tätigkeitsbereich einschränkten. Die Bilanz der Vision 2030 benannte den dritten Sektor als tragende Säule der sozialen Entwicklung, und die Reformen zielten darauf ab, ein günstiges Umfeld zu schaffen, das mit den Nonprofit-Ökosystemen der USA (wo der Sektor etwa 6 Prozent zum BIP beiträgt) oder des Vereinigten Königreichs (etwa 5 Prozent) vergleichbar ist.
Die Einrichtung des Nationalen Zentrums für den Nonprofit-Sektor (NCNP) brachte institutionelle Führung und eine Regulierungsreform. Neue Regelungen vereinfachten die Gründung von Nonprofit-Organisationen, erweiterten die zulässigen Tätigkeiten und führten Governance-Standards ein. Die Zahl der registrierten Nonprofit-Organisationen ist von etwa 1.500 im Jahr 2016 auf über 3.500 bis 2024 gestiegen und deckt soziale Dienstleistungen, Bildung, Gesundheitswesen, Umweltschutz, Kunst und Kultur sowie Gemeinschaftsentwicklung ab. Die Reform der Stiftungen (Waqf) war ein bedeutender Wegbereiter: Die Allgemeine Behörde für Awqaf modernisierte die Verwaltung islamischer Stiftungen, um höhere Erträge für soziale Zwecke zu erwirtschaften.
Die Kennzahl zum BIP-Beitrag offenbart jedoch die Lücke zwischen institutioneller Reform und wirtschaftlichem Umfang. Bei 1,5 bis 2 Prozent erwirtschaftet der Sektor eine Bruttowertschöpfung von etwa 50 bis 65 Milliarden SAR — bedeutsam, aber weit entfernt von den 165 Milliarden SAR (5 Prozent des prognostizierten BIP für 2030), die das Ziel impliziert. Zu den strukturellen Herausforderungen zählen eine begrenzte Tradition institutioneller Philanthropie in großem Umfang, die Abhängigkeit vieler Nonprofit-Organisationen von staatlichen Zuschüssen statt von diversifizierten Einnahmen sowie Kapazitätsengpässe bei den Arbeitskräften. Der Sektor beschäftigt etwa 70.000 Personen — eine Zahl, die auf Grundlage internationaler Vergleichswerte auf über 300.000 anwachsen müsste, um einen BIP-Beitrag von 5 Prozent zu tragen.
Methodik
Der BIP-Beitrag des Nonprofit-Sektors wird durch eine Kombination aus Finanzberichtsdaten der Nonprofit-Organisationen (erhoben durch die NCNP), der Methodik der Satellitenkonten der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung und umfragebasierter Schätzung ermittelt. Die Methodik folgt dem UN-Handbuch für Nonprofit-Institutionen im System der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung, das die Bruttowertschöpfung des Sektors über die Arbeitnehmerentgelte, Vorleistungen und den kalkulatorischen Wert der Freiwilligenarbeit misst. Die Messung wird durch die informelle Natur vieler kleinerer Nonprofit-Organisationen und die Schwierigkeit der Bewertung von Freiwilligenbeiträgen erschwert. Die Allgemeine Behörde für Statistik entwickelt ein eigenes Satellitenkonto für den Nonprofit-Sektor, um die Messgenauigkeit zu verbessern, doch die aktuellen Schätzungen sind mit erheblichen Unsicherheitsspannen behaftet.
Verwandte Prioritäten
Das Ziel des Nonprofit-Sektors ist mit der breiteren Agenda der sozialen Entwicklung der Vision 2030 verbunden. Es unterstützt die Priorität Nonprofit-Sektor und die Leistungskennzahl zu den Freiwilligen, indem es institutionelle Strukturen für freiwilliges Engagement schafft. Es trägt über soziale Unterstützung und Gemeinschaftsentwicklung zum World Happiness Index bei. Das Wachstum des Sektors unterstützt die Diversifizierung der Beschäftigung und eröffnet Saudis alternative Berufswege. Die Entwicklung eines lebendigen Nonprofit-Sektors gilt zudem als Stütze des sozialen Zusammenhalts und der Ziele bürgerschaftlichen Engagements, die die langfristige gesellschaftliche Stabilität des Königreichs untermauern.
Ausblick
Das Erreichen von 5 Prozent des BIP bis 2030 würde erfordern, dass der Nonprofit-Sektor real um etwa 25 Prozent jährlich wächst — eine außergewöhnlich hohe Rate, die eine grundlegende Umgestaltung der saudischen Sozialwirtschaft impliziert. Das Vanderbilt Portfolio zählt dieses Ziel zu den anspruchsvollsten der Vision 2030 und geht in seiner zentralen Prognose von 2,5 bis 3,5 Prozent bis 2030 aus. Zu den zentralen Beschleunigern könnten eine umfassende Waqf-Reform (die saudischen Stiftungsvermögen werden auf über 350 Milliarden SAR geschätzt, doch die Nutzungsraten sind niedrig), die Ausweitung von Sozialunternehmensmodellen und eine verstärkte staatliche Auftragsvergabe an Nonprofit-Organisationen für die Leistungserbringung zählen.
Das 5-Prozent-Ziel ist womöglich angemessener als langfristige Bestrebung denn als Frist für 2030 zu verstehen. Die derzeit gelegten institutionellen Grundlagen — Regulierungsreform, Governance-Standards, Personalentwicklung und Stiftungsmodernisierung — sind notwendige Voraussetzungen für den späteren Umfang. Der Trend ist positiv, doch der Zeitrahmen bis zu den 5 Prozent reicht wahrscheinlich bis in die Mitte der 2030er Jahre.