Freiwillige — Fortschritts-Tracker
Saudi-Arabien hat sein Vision-2030-Ziel für ehrenamtliches Engagement mit über 1,2 Mio. Freiwilligen übertroffen und die Marke von 1 Mio. vorzeitig erreicht.
Freiwillige KPI-Tracker: 1,2 Mio.+ übertreffen das Vision-2030-Ziel
Erreicht – dieser KPI-Tracker zum Ehrenamt zeigt, dass Saudi-Arabien sein Ziel der Vision 2030 von 1 Million Freiwilligen übertroffen hat: Bis 2024 waren über 1,2 Millionen Freiwillige registriert. Der Tracker verfolgt darüber hinaus die Einsatzstunden, die Beteiligung nach Geschlecht, die Nutzung der Plattform sowie den Bezug zur Kapazität des Nonprofit-Sektors.
Kernkennzahlen
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Ausgangswert (2016) | ~50.000 registriert |
| Freiwillige (2020) | ~360.000 |
| Freiwillige (2022) | ~800.000 |
| Aktuell (2024) | 1,2 Mio.+ |
| Ziel 2030 | 1 Mio. |
| Ziel übertroffen um | 200.000+ |
| Wachstum seit 2016 | +2.300 % |
| Einsatzstunden (2024) | 25 Mio.+ Stunden |
| Freiwillige (weiblich) | ~45 % |
Trendanalyse
Das Wachstum von rund 50.000 registrierten Freiwilligen im Jahr 2016 auf über 1,2 Millionen bis 2024 entspricht einem Anstieg von 2.300 Prozent und markiert einen der dramatischsten Umbrüche im bürgerschaftlichen Engagement in der Geschichte der Region. Dieses Ergebnis übertrifft das Ziel für 2030 um mehr als 20 Prozent und wurde sechs Jahre früher als geplant erreicht – ein Beleg dafür, dass die kulturellen Voraussetzungen für ehrenamtliches Engagement fruchtbarer waren als ursprünglich angenommen.
Ermöglicht wurde dieser Wandel durch den Aufbau institutioneller Infrastruktur. Das 2019 eingerichtete Nationale Freiwilligenportal schuf eine zentrale Plattform, die Freiwillige mit Einsatzmöglichkeiten bei Behörden, gemeinnützigen Organisationen und Gemeinschaftsinitiativen verbindet. Der digital-first-Ansatz des Portals fand Anklang bei Saudi-Arabiens junger Bevölkerung – das Medianalter liegt bei rund 31 Jahren – die als Digital Natives mit app-basierter Beteiligung vertraut ist. Der Ausbau organisierter Freiwilligenveranstaltungen, insbesondere großangelegter Gemeinschaftsaktionen während der Hadsch-Saison, bei nationalen Feierlichkeiten und im Rahmen von Umweltkampagnen, schuf sichtbare und gesellschaftlich anerkannte Einsatzmöglichkeiten.
Besonders ausgeprägt ist das Engagement junger Menschen. Universitäre Freiwilligenprogramme, unterstützt durch die Integration von Gemeinschaftsdiensten in die Bildungsanforderungen des Bildungsministeriums, schufen einen kontinuierlichen Zustrom junger Freiwilliger. Die Initiativen Green Saudi und Green Riyadh erzeugten ein erhebliches Umweltengagement. Großereignisse wie die Riyadh Season, die Jeddah Season und Sportveranstaltungen boten Anlässe für die Mobilisierung von Freiwilligen in großem Maßstab. Die COVID-19-Pandemie wirkte zwar anfangs störend, katalysierte das Ehrenamt jedoch letztlich: Junge Saudis mobilisierten sich für die Aufklärung über Gesundheitsfragen in der Gemeinschaft, die Unterstützung älterer Menschen und Programme zur Lebensmittelverteilung – ein Beleg dafür, dass die Kultur des Ehrenamts inzwischen selbsttragend geworden war.
Bemerkenswert ist die geschlechtsspezifische Dimension. Frauen stellen rund 45 Prozent der registrierten Freiwilligen und spiegeln damit die umfassendere gesellschaftliche Liberalisierung wider, die die Beteiligung von Frauen am öffentlichen Leben ausgeweitet hat. Freiwillige Frauen sind besonders in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Umwelt und soziale Unterstützung aktiv.
Methodik
Die Zahl der Freiwilligen wird über das Nationale Freiwilligenportal sowie durch ergänzende Meldungen registrierter gemeinnütziger Organisationen und staatlicher Freiwilligenprogramme erfasst. Als „Freiwilliger“ gilt eine Person, die sich auf dem Portal registriert und innerhalb des Berichtszeitraums mindestens einen Einsatz absolviert hat. Die Methodik unterscheidet zwischen registrierten Freiwilligen (auf der Plattform gemeldet) und aktiven Freiwilligen (Einsatz innerhalb der vergangenen zwölf Monate). Die Einsatzstunden werden über das Erfassungssystem des Portals ermittelt, das Ein- und Auschecken bei organisierten Einsätzen protokolliert. Die Daten könnten das informelle Ehrenamt außerhalb des Erfassungssystems untererfassen, weshalb die tatsächliche Zahl der ehrenamtlich engagierten Personen höher liegen dürfte als ausgewiesen.
Verwandte Prioritäten
Das Ehrenamt stützt das Ziel zum BIP-Beitrag des Nonprofit-Sektors, indem es personelle Ressourcen bereitstellt, die die Kapazität des Sektors ausweiten. Es trägt über die belegten Zusammenhänge zwischen prosozialem Verhalten und subjektivem Wohlbefinden zum World Happiness Index bei. Die Kultur des Ehrenamts stützt den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Entwicklung sozialen Kapitals, die den Zielen des Königreichs zur sozialen Stabilität zugrunde liegen. Zudem bietet das Ehrenamt jungen Menschen Kompetenzentwicklung und Berufserfahrung und stärkt so die Beschäftigungsfähigkeit. Die Ziele des Nationalen Transformationsprogramms zum bürgerschaftlichen Engagement werden unmittelbar über diesen KPI gemessen.
Ausblick
Nachdem das Ziel übertroffen wurde, verlagert sich der Fokus auf die Vertiefung des Engagements – vom einmaligen Einsatz hin zum dauerhaften Engagement, auf die Erhöhung der durchschnittlichen Einsatzstunden pro Person und auf die Ausweitung des Ehrenamts in stärker spezialisierte Bereiche wie kompetenzbasiertes Engagement, Mentoring und die Mitarbeit in Aufsichtsgremien. Die Infrastruktur ist vorhanden, um ein weiteres Wachstum auf 1,5 bis 2 Millionen registrierte Freiwillige bis 2030 zu tragen.
Das Vanderbilt Portfolio betrachtet diesen KPI als vollständig erreicht; die wesentliche Chance liegt nun darin, das ehrenamtliche Engagement in eine breitere Entwicklung des Nonprofit-Sektors zu überführen. Die große und wachsende Freiwilligenbasis stellt eine Ressource dar, die – bei wirksamer Kanalisierung – den Fortschritt beim anspruchsvolleren Ziel zum BIP-Beitrag des Nonprofit-Sektors beschleunigen könnte. Die im Zeitraum 2016 bis 2024 etablierte Kultur des Ehrenamts ist inzwischen selbsttragend und stellt eine dauerhafte positive Verschiebung im sozialen Gefüge Saudi-Arabiens dar.