Ministerium für Industrie und Bodenschätze
Das Ministerium für Industrie und Bodenschätze (Ministry of Industry and Mineral Resources, MIM) ist das saudische Ministerium, das im Rahmen der Vision 2030 für Industriepolitik, die Entwicklung des Fertigungssektors, die Bergbauregulierung und die Lokalisierung industrieller Lieferketten zuständig ist.
Überblick
Als eigenständiges Ministerium wurde das MIM 2019 aus dem früheren Ministerium für Energie, Industrie und Bodenschätze herausgelöst, um der Entwicklung von Industrie und Bergbau einen eigenen institutionellen Schwerpunkt zu geben. Das Ministerium reguliert die Industrielizenzierung, führt das Kataster der Bodenschätze des Königreichs, entwickelt Industriezonen und setzt Maßnahmen zur Gewinnung von Fertigungsinvestitionen um.
Das Ministerium ist der wichtigste staatliche Ansprechpartner für das National Industrial Development and Logistics Program (NIDLP), eines der zentralen Programme zur Umsetzung der Vision 2030. Zu seinen Prioritäten zählen die Erhöhung des Beitrags der verarbeitenden Industrie zum BIP, der Ausbau des Bergbaus als „dritte Säule“ der Wirtschaft, die Förderung der Technologieeinführung in der Industrie sowie die Lokalisierung von Lieferketten in Prioritätsbranchen wie Verteidigung, Automobil, Lebensmittelverarbeitung, Pharmazie und Baustoffe.
Das MIM verantwortet den regulatorischen Rahmen für den Bergbausektor, einschließlich des Bergbau-Investitionsgesetzes von 2020, das den gesetzlichen Rahmen modernisierte, um ausländische Bergbauinvestitionen zu gewinnen. Das Ministerium betreibt ein geologisches Kartierungsprogramm, das das Mineralpotenzial des Königreichs erfassen soll, das auf mehr als 5 Billionen SAR an unerschlossenen Ressourcen geschätzt wird.
Kernfakten
| Fakt | Detail |
|---|---|
| Gegründet | 2019 (eigenständiges Ministerium) |
| Kernprogramm | NIDLP |
| Bergbaugesetz | Bergbau-Investitionsgesetz (2020) |
| Mineralvermögen | über 5 Billionen SAR (geschätzt) |
| Industrielizenzen | jährlich Tausende erteilt |
| Prioritätsbranchen | Verteidigung, Automobil, Lebensmittel, Pharmazie, Baustoffe |
| Bergbaukataster | nationales Register der Bodenschätze |
Rolle in der Vision 2030
Das MIM ist der institutionelle Anker für die Agenda der industriellen Diversifizierung im Rahmen der Vision 2030. Der Plan zielt darauf ab, den Anteil der verarbeitenden Industrie am BIP auf 20 Prozent zu erhöhen und den Bergbau als dritte wirtschaftliche Säule neben Öl und Petrochemie zu etablieren. Die regulatorischen Reformen, die Investitionsförderung und die Initiativen zur Lokalisierung von Lieferketten des Ministeriums sind entscheidend, um die für diese Ziele erforderlichen hunderte Milliarden US-Dollar an Industrieinvestitionen anzuziehen.
Das Ministerium spielt zudem eine zentrale Rolle bei der Schaffung industrieller Arbeitsplätze für saudische Staatsangehörige und beim Aufbau der technischen Kompetenzbasis, die eine moderne Fertigungswirtschaft erfordert.
